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Nur wenige Menschen werden im Paradies leben, wenn Jesus Wort wahr ist

Liebe Gemeinde!

Das ganze Leben macht mir Angst. Diese Schöpfung, dieses Ergebnis, diese Welt. Dazu ich, als einzelner Teil von Milliarden von Menschen. Ich, ein winzig kleiner Teil vom ganzen Universum, so wie jeder von uns ein kleiner Teil ist.

Wenn ich so eine Predigt beginne, dann stellt sich natürlich die Frage, warum habe ich Angst, und wovor habe ich Angst? Ich antworte dann immer in tiefen Selbstgesprächen: ich hätte auf das Leben hier auf der Erde verzichten können. Dann fällt mir das Beispiel mit dem Erlernen des Schwimmen ein. Die Schöpfung ist brutal und grausam für die einen, aber auch nachsichtig und sanft für die anderen. Die Schöpfung ist wie eine Lotterie, bestehend aus Gewinnern und Verlierern.

Als ich vor ca. 40 Jahren das Schwimmen lernen sollte, da waren Pädagogen tätig, welche die Nazidiktatur miterlebt haben. Ich wurde erpreßt und ausgelacht, ins Wasser zu springen. Man würde mich rausholen, wenn ich untergehen würde. Die meisten Mitschüler haben über meine Ängstlichkeit gelacht,- andere haben geweint oder sind weggerannt, die selber nicht schwimmen konnten. Meine Eltern haben mir nicht geholfen, ich stand alleine da, und habe dann den Schwimmunterricht geschwänzt und alle anderen Strafen auf mich genommen. Eine 6 im Schwimmunterricht war die Folge, wie Schläge von einem mißratenen Vater, und das Gelächter von dummen Schülern, die von noch dümmeren Lehrern aufgehetzt worden sind. In diesen Verhältnissen bin ich groß geworden.

30 Jahre später gab es die gleiche Situation wieder. Meine Tochter hatte Angst vor dem Schwimmen. Viele andere Kinder konnten das, weil sich Eltern den Luxus leisten konnten, in Hallenbäder zu fahren, meine kleine Familie mit ihrem bescheidenen Einkommen konnte das nicht. Im Gegensatz zu meiner schlimmen Zeit, haben einfühlsame Kindergärtnerinnen meiner Tochter gut zugeredet, ihr Schwimmflügel angezogen, und noch ein Schwimmreif angelegt. Nach 5-minütiger Scheu ist sie fast ungezwungen im Wasser rumgepaddelt. Nur einzelne Störenfriede unter den Kinder haben versucht sie zu ärgern, die dann verwarnt wurden.
Als ich dann Wochen später alleine mit dem Kind ins Schwimmbad bin, immer in der Nähe des Beckenrandes aufpassend, da tauchte auf einmal eine alte Oma auf, mit richtig groben und verbitterten Gesichtszügen, wohl auch Überbleibsel aus der Nazizeit. Statt sich um ihren eigenen Mist zu kümmern, schwamm sie in unsere Richtung, kein „Guten Tag", keine nette Ansprache, sondern gleich eine dumme Bemerkung, die da lautete" „Sie müssen dem Kind die Hilfsmittel ausziehen, weil es sonst nie schwimmen lernt!" Da ich zwar das Schwimmen nie gelernt hatte, weil ich meine Angst diesbezüglich nicht überwinden konnte, aber das Kämpfen auf verbaler Art gelernt hatte, [ hier habe ich meine Angst überwunden ) gab es gleich Kontra zurück, mit den Worten: „Kümmern Sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten. Offensichtlich sind Sie mit ihrem Leben unzufrieden, sonst würden Sie sich nicht um umgelegte Eier kümmern!" Die Frau vernahm es, mit einer verbiesterten Reaktion, und verschwand für immer und ewig.

Im Sommer darauf legte meine Tochter selber den Schwimmreif ab, und ein weiteres Jahr später auch die Schwimmflügel. Kurz darauf machte sie ihr Seepferdchenabzeichen und dann die Freischwimmerprüfung.

Mit diesem Beispiel möchte ich klar machen, auch ich bin ein Mensch mit Fehlern, mit sehr vielen Fehlern.
Ich habe manchmal Angst vor mir selber, wenn ich kurzzeitig die Beherrschung verliere, weil ich unter Streß stehe, wenn meine Familie sozial und juristisch fertig gemacht wird, und ich dann zu verbalen Kraftausdrücken neige, die ich gar nicht tätigen möchte. Nach wenigen Minuten, höchstens ein bis zwei Stunden später, nehme ich meine Familie in den Arm und bitte um Verzeihung. Dann reiße ich mich zusammen, und der Überlebenskampf geht weiter.

Auf der anderen Seite habe ich mir aber so verständnisvolle Eltern gewünscht, wie sie meine Tochter vorgefunden hat. Meine Tochter war und ist ein Wunschkind. Alleine dafür lohnt es sich zu leben, wie für die Ehefrau natürlich auch, die keine einfache Kindheit hatte. Ich hingegen konnte mir meine Eltern nicht aussuchen, war das unerwünschte Produkt mißratener Eltern. Der Vater ein alkoholkranker kaputter Mensch, der im III-Reich als 17-jähriger an der Ostfront gekämpft hat, und die Mutter eine geistig primitive verwöhnte Göre, die nur Töchter haben wollte, und keine Söhne.
Und dieses Los konnte ich mir nicht aussuchen.

Als ich meine kleine Familie noch nicht hatte, da habe ich das Leben selber nur im Suff ertragen. Ich habe das Leben und die Schöpfung gehaßt, abgrundtief gehaßt.

Als ich dann betete, zu Gott, er möge mir eine liebe Familie schenken, und mich vom Alkohol befreien, da wurde mir geholfen. Wenn aber einer meint, das wäre wie auf Bestellung, oder wie auf Knopfdruck passiert, der irrt. Ich habe 1982 intensiv darum gebetet, im Kreise von Freikirchen und Sekten. Die haben mir dann danach die Luft zum Atmen und selbständigen Denken nehmen wollten. Ich bin aus diesen heuchlerischen Vereinigungen wieder raus, und kam mir verlassen und verloren vor. Der gute und gerechte Teil der Schöpfung war für mich gestorben.

Erst drei Jahre später, 1985, wurde mein Gebet erfüllt, und ich bekam genau die Frau geschenkt, die von ihrer Art und ihrem Wesen zu mir gepaßt hat. 1987 bin ich dann vom Alkohol losgekommen, eine schwere Krankheit als warnende Chance, und 1988 kam dann unser Wunschkind auf diese Welt.

Inzwischen sind viele Jahre ins Land gezogen, ich habe den Haß gegenüber der Schöpfung abgelegt. Ich versuche positiv zu denken und zu handeln, wo immer das möglich ist. Ich habe erkannt, diese Schöpfung ist nicht nur schlecht und brutal, nicht nur verlogen und hinterhältig,- sie kann auch sanft und gutmütig sein, hilfsbereit und gerecht. Ich habe auch einen Geist in mir, der mir signalisiert hat, daß jeder Mensch das Leben führen wird, für das er bestimmt ist. Der eine kommt als Königskind auf die Welt, gebettet in Rosen und allen Luxusgütern dieser Welt, und der andere kommt in Slums auf die Welt, umgeben von Haß, Gewalt und Krankheiten. Und dennoch haben wir alle miteinander die gleiche geistige Freiheit, ob wir uns in friedlicher Absicht unterstützen und helfen wollen, ob wir auch verzeihen können, oder ob wir uns gegenseitig fertig machen wollen.

Es sind diese Freiheiten, wie sie meine Eltern und die Schullehrer hatten, die mir das Schwimmen beibringen wollten, und es sind die Freiheiten, wie ich sie gegenüber meiner Tochter hatte, als sie das Schwimmen gelernt hat.

Und dennoch bin ich unglücklich, vergleichbar mit dem ungläubigen Thomas. Als Jesus auferstanden ist von den Toten, und sich Maria Magdalena zeigte, und verschiedenen Jüngern, da sagte Thomas, er glaube erst an die Auferstehung, wenn er seine Hände in die Wunden des Herren legen dürfe. Wie gesagt, nicht die verlogenen Hohepriester sagten das, und nicht die skrupellosen Schriftgelehrten, nein, es sagte einer der Jünger, die Jesus zu Lebzeiten gefolgt sind. Und Jesus tat ihm den Gefallen und beseitigte damit die Restzweifel, die Thomas plagten.

Dann lese ich ab und an in den Paulusbriefen, wo Paulus schreibt, daß jeder Mensch geistig unterschiedliche Fähigkeiten mit auf dem Weg bekommen hat. Der eine kann heilen, der andere kleine Wunder vollbringen, wieder ein anderer kann in Wort und Schrift den heiligen Geist offenbaren, und wieder ein anderer hat Erscheinungen oder redet in fremden Sprachen, die er vorher nicht gekannt hat.

Ich stoße dann schnell an meine Grenzen. Ich erkenne den heiligen Geist in mir, in Verbindung mit der Bibel und dem Leben und Wirken von Jesus Christus, wenn ich, ohne geistlichen Einfluß, in der Bibel lese. Ich weiß genau, was Jesus von uns will und verlangt, nämlich auf Worte auch die richtigen Taten folgen zu lassen. Auf weltliche Vorteile verzichten, sich demütig in den Dienst der sozialen und juristisch gerechten Sache zu stellen, und sich nicht selber als Herrscher oder Richter aufspielend.
Ich erkenne dann auch sehr schnell, wer es von den Pfarrern ehrlich meint, und wer verlogen und falsch ist.
Die Taten, und die Abhängigkeiten zu skrupellosen Seilschaften verraten so einiges, bis hin zu dem berühmten Argument, daß jeder in den Himmel kommt, der Jesus darum bittet. Wo ist der Beweis dafür?
Jesus verlangt glaubwürdige Taten, und keine verlogenen Gebete!
All das erkenne ich, und ich sehe dann, wie viele Menschen sich einen frommen Anschein geben, aber in ihrem tiefen inneren schlecht sind, weil sie den weltlichen Besitz für sich vereinnahmen wollen, weil sie nur Kontakte mit ihresgleichen pflegen wollen, und genervt sind. wenn Verfolgte, Unterdrückte, Benachteiligte und Kranke Hilfe suchen. Da wird sich stundenlang für verlogene studierte Oberschichten Zeit genommen, da werden weitere Schlechtigkeiten ausgedacht, und wie man die dem dummen Volk raffiniert erklären kann.
Kommen aber die, um die sich Jesus sein Leben lang gekümmert hat, dann hat man oft keine Zeit und bringt „wichtige" Termine als Argument mit ein, die dringend aufgesucht werden müßten.
Und dennoch bin ich unglücklich, weil sich mein Leben nicht auf absolute Gewißheit stützt, sondern auf Glaube, Hoffnung und Erfüllung. Ich wünsche mir für mich und für alle Menschen, daß sie Gott in sichtbarer Weise schauen können, so wie die Jünger Jesus nach der Auferstehung gesehen haben, oder wie andere Menschen Marienerscheinungen haben, oder Wunder erleben dürfen, die sich nicht erklären lassen. Die Menschheit wäre zwar nachwievor nicht zu retten, weil man die meisten damit auch nicht überzeugen kann, aber viele ängstliche Seelen könnte man stärken und ihnen noch mehr Kraft geben.
Das ist mein Gebet an Gott und allen Mitmenschen, die christliche Verantwortung leben.





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