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Warum immer mehr Menschen den großen Kirchen den Rücken kehren -

Liebe Gemeinde!

Vor noch gar nicht langer Zeit habe ich in der Presse einen offenen Brief gelesen, der von Kirchenvor-ständen und Pfarrern geschrieben wurde, an den Kirchenpräsidenten in Darmstadt, daß dieser dafür sorgen solle, daß Pfarrstellen nicht geschlossen werden. Dieser Schriftsatz wurde sogar im Namen aller Gläubigen verfaßt, die selbstverständlich nicht gefragt worden sind. Hauptargument gegen die Schließung war, wenn jetzt viele kleine Pfarrämter geschlossen werden, dann treten noch mehr Men-schen aus den Kirchen aus.

Jetzt gehöre ich nicht zu den Menschen, die im Überfluß leben, die keine Existenzängste zu fürchten haben, die sich alles leisten und sich alles herausnehmen können. Ich gehöre zu den 90% dieser Gesellschaft, die der sogenannten .Arbeiterklasse" angehören, den einfachen Leuten sozusagen. Und nicht nur das, ich gehöre dem ersten Drittel dieser Gesellschaft an, die sozial vernichtet werden, weil die Reichen immer reicher werden, und die Armen immer ärmer. Ich kenne den Kampf von unten her, wenn Rentner um ihr bißchen Geld fürchten müssen,- wenn Arbeitern das Urlaubs- und Weihnachtsgeld gekürzt wird, bis hin zur Arbeitslosigkeit, weil Maschinen und Billiglöhner profitabler seien,- wenn Arbeiterkinder in den Schulen benachteiligt werden,- wenn es Ärger bei Krankenbehandlungen und den damit verbundenen Kosten gibt,- Ärger mit skrupellosen Vermietern, Politikern und Wirtschaftsbossen, bis hin zu unseren Gerichten, wo man die Großen laufen läßt, wenn sie uns alle um Milliardenbeträge schädigen, und wir mit Verurteilungen rechnen müssen, wenn wir Roß und Reiter benennen, wem wir diese Ausbeutung, dieses kapitalistische Raubrittertum, zu verdanken haben.

Und wenn ich jetzt einmal anfange logisch zu denken, dann stelle ich mir erst einmal die Frage, was tun
Kirchen und Gewerkschaften eigentlich für uns, wenn wir in soziale und juristische Not geraten?
Übernehmen diese Kirchen- und Gewerkschaftsleute für uns Verantwortung, verteidigen sie uns, sind sie für uns da, so wie Christus für die Kranken, die Schwachen, die Unterdrückten, die Verfolgten, Verurteilten und Benachteiligten da war. Einer, der sein irdisches Leben geopfert hat?

Und dann stelle ich sehr schnell fest, viele Geistliche und Gewerkschafter verstecken sich hinter Sonntagsreden, gehen mit den Übeltätern da oben noch gemeinsam Feiern, und machen uns letztlich noch dafür verantwortlich, daß wir selber an vielem Schuld seien. Zu allem Überfluß dann noch der markige Spruch:

„Was können wir schon ausrichten, wenn alles zusammenbricht? Auch wir sind dem Treiben hilflos ausgeliefert."

Hilflos ausgeliefert? - Frage ich mich. Wieso dann dieser offene Brief, wenn  eigene Privilegien auf   dem
Prüfstand stehen? Wenn es um die Arbeitsplätze innerhalb der Kirche geht, dann beginnen die, die sagen, wir sind doch hilflos ausgeliefert, die beginnen auf einmal zu kämpfen, über den Weg der Öffentlichkeit. Und nicht nur das, sie benutzen die gesamte Kirchengemeinde dazu, eine Gemeinde, die aus vielen ausgebeuteten Rentnern und Arbeitern besteht, die eben nicht gefragt wurden, und für die sich die Kirche eben nicht öffentlichkeitswirksam interessiert.. Menschen, die wie Abfall entsorgt werden.
Hat man denn den Mut, und vertraut sich doch einem Pfarrer an, dann kommt rasch die Antwort, man solle sich die Armut in Asien und Afrika ansehen, in Lateinamerika oder Osteuropa, und wie gut es uns noch ginge - und schon wird sich verunsichert zurückgezogen. Hinter dieser Argumentation steckt aber die List der falschen Schlange, wovor wir uns hüten müssen. Würden die Pfarrer es ehrlich meinen, die so argumentieren, müßten sie sich anhören, daß die meisten Pfarrer auf dieser Welt nach Leistungen bezahlt werden, nach freiwilligen Spenden, und nicht nach gesicherten Kirchensteuern. Das aber will kaum ein Geistlicher hören.

Es ist halt einfach, zum Mitmenschen zu sagen: „Du sollst, du mußt, du darfst, du wirst!" und selber braucht man sich nicht daran zu halten.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, heißt, aber setze dich für andere ein, wie du dich für deine Interessen einsetzt.

Es ist auch einfach, den Menschen selbstgerecht alle Sünden zu vergeben, vom Beichtstuhl angefangen, bis hin zur Reinwaschung der ganzen Gemeinde in Gottesdiensten, wo danach wieder flott und fleißig gesündigt wird.

Und es ist auch einfach zu behaupten, Christus sei für alle Sünder gestorben, also benehmen wir uns wie die Axt im Walde.

Irgendwann fängt doch fast jeder von uns an nachzudenken, daß diese Art des christlichen Miteinander
nicht das richtige sein kann. Viele von uns suchen nach dem Sinn des Lebens, nach einer Antwort, nach einem Zielbahnhof, wo man sagen kann: „Ich habe für mich den Sinn des Lebens und die geistige Erfüllung gefunden, und ich kann jederzeit mit der Erreichung diesen Zieles aus dem weltlichen Leben scheiden."
Und dann werden wir unglücklich und verbittert, weil die Mitmenschen aus Wirtschaft, Politik, Justiz, Kirche und Gewerkschaften uns alles nehmen, was für ein angenehmes Leben notwendig ist, und weil sie Gott undJesus Christus für sich auch noch vereinnahmen. Sie vermitteln uns. daß wir ihnen auf Gederb und Verdeih ausgeliefert sind, und daß wir nur eine Chance der geistigen Zufriedenheit finden können, wenn wir so funktionieren, wie sie das wollen.

Und jetzt kommen wir zu den Folgen, wie sie auch schon zu Zeiten Martin Luther vorgeherrscht haben, wo von den Kanzeln Wasser gepredigt, und in den Pfarrämtern Wein gesoffen wurde. Die Menschen treten in Scharen aus den Kirchen aus. Die einen werden verbittert, sind verhaßt, werden selber kriminell, und die anderen, zu denen auch ich gehöre, die werfen ihren Glauben nicht weg, und suchen dann in Freikirchen und Sekten weiter nach dem inneren geistigen Glück.

Ich persönlich habe so einiges an gläubigen Initiativen durch. Es gibt einen entscheidenden Punkt, warum Freikirchen und Sekten immer wieder Zulauf finden, und es ihnen gelingt, Menschen, die leicht beeinflußbar sind, auf lange Zeit an sich zu binden. In vielen dieser Einrichtungen wird einem vermittelt, daß die gesamte Gemeinde zusammenhält, vom reichsten Mitglied, bis hin zum verarmten alten Rentner. Vor dem Gottesdienst wird oft stundenlang diskutiert und argumentiert, in einer angenehmen Atmos-phäre, und danach wird oft zusammen gegessen, gesungen, gelacht. Diese Einrichtungen vermitteln Mitgefühl, und daß alle Mitglieder gleich seien. So etwas kommt natürlich besser an, als wie Pfarrer und Kirchenvorstände, die immer nur selbstgerecht glänzen wollen, und einem spüren lassen, wen sie mögen oder nicht. Unsere Kirchen strahlen Kälte aus. Da wird Trübsal geblasen, wenn eine Beerdigung ansteht, und schon kurz danach eine Hochzeit abgehalten. So etwas erinnert dann an Schauspielerei, denn an Glaubwürdigkeit.

Früher oder später kommt dann aber auch bei Freikirchen und Sekten die Ernüchterung, wenn die sogenannten „Oberhirten" Stück für Stück ihr wahres Gesicht zeigen. Die Menschen bekommen dann mit, daß sie auch hier belogen und betrogen werden, daß auch hier ein falsches Spiel betrieben wird, halt nur raffinierter, als wie bei den großen weltlichen Kirchen.

Und dann passiert meist das, was man glaubt, es würde vorher eintreten. Dann erst wenden sich viele vom Glauben ab, und wollen von Gott und dieser mißratenen Welt nicht mehr viel wissen. Von Verbitterung, bis hin zum Selbstmord, reicht dann die Palette der Menschen, deren Hoffnung wieder enttäuscht wurde.

Ich persönlich habe das Glück, daß mir die Schöpfung Wege gezeigt hat, die mein Geist zu verstehen weiß. Ich habe vor 20 Jahren Gott verflucht und gehaßt, aber immer an ihn geglaubt, an den bösen und gemeinen Gott, der Spaß daran hat, uns zu zerstören. Also habe ich gesoffen, wollte vergessen, und war bösartig zu all meinen Mitmenschen.

Und dann begann eines Tages etwas, vergleichbar mit dem Paulus, der vorher ein Saulus war, und dafür sorgte, daß Christen umgebracht wurden. Gott sprach auf einmal:" Saulus, warum verfolgst Du mich!" - und Saulus wurde zum gläubigen Christen, weil er den richtigen Geist in sich aktivierte.
Bei mir bracht das Lymphdrüsenfieber aus, verbunden mit Rachenkrebs im Mandelbereich, und der Arzt
sagte damals zu mir, wenn sie mit Rauchen und Alkohol aufhören, dann können sie noch viele Jahre leben, aber wenn sie so weitermachen, dann ist in ein bis zwei Jahren das Ende vorprogrammiert. Ich habe dann damit aufgehört und versucht mich diesem Leben zu stellen.

Auf einmal lachten die Leute nicht mehr über mich, sie bekamen zum Teil Angst vor mir, wendeten sich ab, oder sie verspotteten mich. Warum? In mir drinnen wuchs eine Dankbarkeit zur Schöpfung und die Erkenntnis, daß ich mich gegen Ungerechtigkeiten nicht mit Alkohol, nicht mit Frust, nicht mit kriminellem Verhalten, wehren müsse, sondern daß ich Unrecht beim Namen nennen muß, und mich damit von diesem Unrecht selber distanziere.

Ich nannte das Mobbing am Arbeitsplatz, wo ich 17 Jahre lang gearbeitet hatte, und wurde fristlos gefeuert.
Ich betete zu Gott, hilf mir, und ich entdeckte in mir, ich konnte selber einen Arbeitsprozeß führen und gewann ihn in Form von Abfindung und ordentlicher Kündigung. Die Kollegen hatten danach bessere Arbeitsbedingungen.

Dann versuchte ich es in der Politik, und merkte schon bald, das man auch hier, wie bei den Kirchen, sich einem Gruppenzwang beugen muß, oder ansonsten ausgestoßen wird. Also bin ich dort wieder raus, weil es mich zurückgeworfen hätte.

Dann wurde meine Tochter im Zeugnis nachweislich um Schulnoten betrogen und ich beschwerte mich.
Auch ließen mich die politischen Gegner von einst juristisch verfolgen, ich hätte Unwahrheiten, Ver-leumdungen und üble Nachreden verbreitet, so wie halt bei Hitler und Honecker das freie Wort bekämpft wurde. Und hier stand ich wieder dicht davor, der Versuchung des Bösen nachzugeben, und gleiches mit gleichem zu vergelten. Spontan fiel mir der Spruch des Alten Testamentes ein, der jüdischen Propa-ganda: „Auge um Auge, Zahn um Zahn."

Und dann war auf einmal der innere Drang in mir, selber in der Bibel zu lesen, ohne Einfluß von außen. Etwas in mir drinnen sagte, lese selber in der Bibel und du wirst vieles erkennen und verstehen. Und mir wurde bewußt, ich muß für mich und mein Leben ganz alleine Verantwortung übernehmen. Ich bin für mich selber, für meine Worte, für meine Taten, verantwortlich. Und da las ich, daß Jesus Christus ebenfalls verfolgt und verurteilt wurde, weil er die Macht, den Reichtum, und die Willkürjustiz kritisiert, und auch Täter mit Taten öffentlich ächtete. Und Christus sagte weiter, es kommen nur die Menschen ins Paradies, die ihm folgen, in Worten und in Taten. Ohne die richtigen Taten ist der Glaube tot. Und Christus warnt sogar vor der Schlangenbrut, vor „scheinheiligen Pharisäern" und „heuchlerischen Schriftgelehrten", die die Worte der heiligen Schrift auswendig können, aber den Sinn wirklicher Frömmigkeit nicht begriffen haben.

Auch las ich den Zorn, daß Christus das Vieh aus dem Tempel trieb, und die Stände der Geldwechsler vor dem Tempel umriß und brüllte,: „Das ist mein Haus und keine Räuberhöhle!" - und gleichzeitig sagte dieser Jesus, liebe deinen Nächsten wie dich selbst,- und wenn einer dir auf die rechte Backe schlägt, dann halte ihm die linke Backe auch gleich hin."

Ich habe diesen Sinn erst durch meinen weiteren Lebensweg begriffen. So wehre ich mich im Rahmen meiner friedlichen Möglichkeiten gegen all diejenigen, die auf unsere Kosten gut leben wollen,- ich weiß aber auch, wann ich jemandem ausgeliefert bin und übertriebenes Wehren nichts mehr bringt. So haben Staatsanwälte und Richter mir in öffentlichen Sitzungen gesagt: „Hier bestimmen wir, was Meinungsfreiheit ist - wenn sie keine Ruhe geben, und wenn sie 10mal Recht haben, dann befürchten wir ein böses Ende für Sie!"
Gegen diese Macht kann ich nicht ankommen, und deshalb versuche ich mich nicht körperlich zu wehren, und biete meinem Körper diesen Kreaturen an. So war das auch bei Christus. Den Körper hatten sie kurzfristig unter ihrer Kontrolle, nicht aber seinen Geist. Für mich bedeutet das, daß ich auch in Zukunft nicht
schweigen werde, und wenn ich 100fach verurteilt werde - für meine Überzeugung und weil ich die Wahrheit sage.

Und dann fragen mich Menschen ganz erstaunt, die nun doch Interesse an mir haben, warum ich das alles auf mich nehme? Schließlich habe ich noch ein Dach über dem Kopf, zu Essen und zu Trinken, und eine kleine Familie. Ich könnte mich doch feige und bequem zurückziehen und so tun, als ginge mich das ganze Leben nichts mehr an.

Mein Geist läßt mich aber spüren, ich hätte auch auf dem Abfall landen können, damals, als ich dem Alkohol verfallen war, das unerwünschte Produkt gescheiterter und mißratener Eltern. Mein Geist läßt mich spüren, daß wir alle einmal sterben werden, daß wir nichts von unserem materiellen Reichtum mitnehmen können, und das wir seelisch nur ernten können, was wir in dieses Leben mit Worten und Taten gesät haben.

Und abschließend möchte ich noch hinzufügen, auch ich bin kein Heiliger und ein einfacher Sünder, wie alle anderen Menschen auch. Niemand von uns ist perfekt., wir machen alle Fehler.
Jeder von uns aber hat ein schlechtes Gewissen, die Antwort sozusagen, die uns signalisiert, was richtig und was falsch ist. Gott wird uns nicht richten, wenn unsere Gesundheit und unser Leben bedroht ist, und wir zu einer Art „Notwehr" greifen. Wir werden aber gerichtet werden, wenn wir lügen und betrügen und uns alles so zurechtlegen, wie wir es am besten brauchen. Dann nützt auch eine gute Tat nichts, weil sie von den schlechten Taten aufgebraucht wird.

Auf der anderen Seite wird auch ein Mensch, der immer nur gutes will und vieles im guten tut, auch Fehler machen und sich versündigen,- aber seine vielen guten Taten werden die wenigen schlechten Taten überdecken. Ein guter Mensch wird immer gut sein, ein böser Mensch immer böse, und ein falscher Mensch immer falsch.

Ich wünsche ihnen allen, daß sie ihre eigenen Erfahrungen machen und für sich selber Verantwortung übernehmen. Für mich gibt es nur eine Kirche, die Schöpfung als ganzes.





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