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Brief vom Geist der Erkenntnis
Pfingstpredigt


Es war die Epoche der Industrie in ihrer Blütezeit, und wir befinden uns im Norden Europas.
Ein kleiner unbedeutender Ort, mit nahezu 1000 Einwohnern. Eigentlich nichts besonderes. Es gibt dort eine Kirche, einen Einkaufsladen, eine Gastwirtschaft, einige Herbergen und Hotels, eine Redaktion mit eigener Zeitung, einen Bürgermeister, Stadtverordnete, und selbstverständlich auch einem Arzt.
Hinzu kommt noch, daß dieser Ort vom Tourismus lebt, also den Titel eines „Bad" im Ortsnamen trägt.
Der Großteil der einheimischen Bevölkerung aber lebt vom einzigen Großindustriellen, einem Gerberbetrieb, hoch oben am Berg.
Dieser Betrieb wirft satte Gewinne ab, die zum kleinen Teil in die Stadtkasse fließen, während die großen Gewinne an Aktionäre gehen, denen der Betrieb gehört.
Eines Tages klagen immer mehr Menschen über Kopf- und Magenschmerzen, Atembeschwerden und Übelkeit, und gehen darum zum Arzt. Dieser macht sich so seine Gedanken, weil er die Ursache glaubt zu kennen. Nach seinen Befürchtungen ist der Fluß von der Gerberei vergiftet, mit ihm das Trinkwasser, die Pflanzen, und die Tiere.
Doch weil er sich nicht sicher ist, schaltet er einen ehemaligen Studienkollegen ein, der sich mit Schad-stoffen bestens auskennt, und in einem Labor arbeitet.
Nach ausführlichen Untersuchungen stellt sich heraus, die Befürchtungen des Arztes sind bittere Wahr-heit. Mensch und Natur werden von dieser Industrieanlage zerstört.
Geleitet vom christlichen Gewissen, daß beides zu schützen ist, gegen Profit und Ausbeutung, geht der Arzt zum Direktor der Firma und zum Bürgermeister, um diese Erkenntnisse zu melden. Er fleht beide an, dafür zu sorgen, daß diese Schadstoffe nicht mehr die Umwelt belasten.
Darauf wird er vertröstet, das alles halb so schlimm sei, als wie es den Anschein erwecke. Der Betrieb wird einige kleinere Ausbesserungsarbeiten vornehmen; und außerdem sei die Bevölkerung offensichtlich zum Krank werden veranlagt, weil es andernorts diese Gesundheitsprobleme nicht gebe, wo Gerbereien stehen.
Daraufhin geht der Arzt, seinem christlichen Gewissen entsprechend, zur örtlichen Zeitung, mit den Laborunterlagen. Die Redaktion ist von dieser Enthüllung und Aufklärung begeistert, will einige Tage später ausführlich darüber berichten. Es darf nicht sein, daß ein Betrieb den ganzen Ort ruiniert. Dagegen muß öffentlich vorgegangen werden.
Doch was dieser Arzt nicht ahnt, in dieser Redaktion sitzt ein Verräter, einer, der für Geld Informationen an den Bürgermeister und den Direktor weitergibt. Kaum, das der Arzt die Redaktion verlassen hat, sitzt der Bürgermeister auch schon drinnen.
„Wenn Sie diesen Bericht abdrucken", so poltert der Bürgermeister los, „dann müssen wir die Kosten für eine teure Wasseraufbereitungsanlage übernehmen, weil wir uns dazu vertraglich verpflichtet haben. Diese Kosten werden dann auf die Steuerabgaben unserer Bürger draufgelegt. Obendrein wird der Gerberbetrieb zu gemacht, wenn er keine satten Gewinne mehr abwirft. Ich kann Ihnen nicht vorschrei-ben, was Sie abdrucken werden, nur warne ich Sie davor. Ihre Zeitung wäre dann ruiniert."
Weil auch einer mit einem schlechten Gewissen in dieser Redaktion sitzt, wird der Arzt ebenfalls informiert.
Umgehend rennt dieser zur Redaktion, und will wissen, ob und wann sein Bericht abgedruckt wird. Nach anfänglichen Hinhalteversuchen, poltert der Redaktionsleiter los: „Wir können uns den wirtschaftlichen Ruin unseres Ortes nicht erlauben. Wenn Sie nicht klein beigeben, und schweigen, dann werden Sie und ihre Familie in diesem Ort hier nicht mehr glücklich werden."
In seiner Not beruft der Arzt eine Bürgerversammlung ein, will die Menschen darüber informieren, warum sie ständig krank sind.
In diesem Moment kommt der Direktor mit seinen Sicherheitskräften, und dem Bürgermeister im Gefolge. Dem Arzt wird sofort das Wort entzogen, und er wird zum „Volksfeind" erklärt. Er sei ein Querulant, ein Aufrührer, der sich nur wichtig machen will.
Und der Pfarrer ermuntert die Bürger, sie mögen doch am Sonntag in der Kirche dafür beten, daß alles gut werden möge.
Gemeinsam gelingt es den Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kirche, das Volk gegen den Arzt aufzuhetzen.
Als man den friedfertigen Mann auch noch verprügeln will, springt der Pfarrer in seiner scheinheiligen Heuchelei dazwischen, und mäßigt das Volk mit den Worten: „Leute, als Christen haben wir es nicht nötig, diesem Mann Gewalt anzutun. Gott wird unsere Gebete erhören, und dann bekommt der Mann seine Strafe. Wir sind doch keine Tiere, also laßt ihn in Ruhe.
Schon am Tag darauf wird dem Arzt und seiner Familie die Wohnung gekündigt, die dem Sohn des Direktor gehört.
Am Mittag kommt die Frau des Arztes nach Hause, mit der traurigen Nachricht, daß sie ihre Stelle als Lehrerin verloren habe, weil sie die Kinder nicht richtig erziehen würde.
Und als der Arzt von einem seiner vielen Krankenbesuche zurück kommt, findet er seine Wohnung verwüstet vor.
Als wenige Tage später auch noch mit der Justiz gedroht wird, weil der Arzt Unwahrheiten verbreiten würde, zum Schaden der Gesellschaft, fliehen seine Frau und die beiden Kinder in einen anderen Ort.
Der Arzt bleibt jedoch zurück.
Schon im folgenden kalten Winter erfriert er unter einer Brücke, stirbt als obdachloser Bettler, von der Gesellschaft verachtet.
Wenige Jahre danach ist die einstmals blühende Landschaft so vergiftet, daß niemand mehr dort leben kann.
Zuerst bleiben die Touristen weg, dann macht sich der Betrieb ins Ausland ab, läßt seinen Schrott zurück; und letztlich konnten die Bürger, die nicht weggehen konnten, die hohen Steuern nicht mehr bezahlen, und wurden zu Sozialfällen.
Zu allem Überfluß kam noch hinzu, daß es nur noch Ärzte gab, in weiter Entfernung, die gegen viel Geld behandelten.
Eine alte Witwe wußte dann zu beten: „Herr, hätten wir nur auf diesen gutmütigen Arzt gehört, der uns oft umsonst behandelt hat, uns wäre viel Leid erspart geblieben. Wir sind selber schuld an unserem Elend, weil wir uns haben vom falschen Glanz des Gel-des leiten lassen. Wir haben nur darüber nachgedacht, daß es uns kurzfristig gut geht. Wir dachten, wenn wir beten, in teuflischer Absicht, dann würdest Du uns helfen, und uns ewigen Wohlstand bereiten. Jetzt aber ist es zu spät, unsere Heimat ist vergiftet."
Wie wollen die Menschen, die dem Mammon dienen, und sich dabei ihre Sünden selber vergeben, wie wollen die in Gottes neue Welt gelangen? - Wenn sie denn überhaupt glauben(?)
Wie wollen die Menschen, die andere von Demokratie und Rechtstaatlichkeit lehren, in Gottes gerechte Welt gelangen, wenn sie sich täglich mit dem Unrecht verbünden?
Wie wollen die Menschen, die sich mit Titel anreden lassen, immer den persönlichen Erfolg vor Augen, in einer gerechten Welt klar kommen, wo es nur gleichberechtigte Brüder und Schwerstern gibt, ohne Hierarchien?
Christus spricht:
„Mein Reich ist nicht von dieser Welt."
Der Menschensohn wurde verspottet, erniedrigt, verfolgt und getötet, wie dieser Arzt in der heutigen Zeit.
Dieser Arzt hat begriffen, um was es Jesus Christus und dem guten Teil der Schöpfung gegangen ist.
„Ihr Blinden und dummen Heuchler; Ihr glaubt, nur weil ihr in dieser Welt etwas zu sagen habt, und weil ihr etwas Macht ausüben dürft, ihr seid auch in Gottes neuer Welt ganz vorne und ganz oben. Ihr glaubt, ihr könnt euch überall alles so zurecht legen, wie ihr es am besten braucht.
Ich sage euch, die Worte der heiligen Schriften kennt ihr auswendig, aber den Sinn wirklicher Frömmigkeit habt ihr nicht begriffen.
Wenn ihr zu Gott betet, er möge euch gutes tun, gleichzeitig aber dient ihr dem Bösen, Hinterhältigen und Feigen, dann dürft ihr euch nicht wundem, wenn die schlimmsten Kriegsherren dieser Welt euch in die Totenwelt begleiten. Ihr bekommt die schlimmsten Politiker, Richter und Großgrundbesitzer zur Seite gestellt, und werdet euch in alle Ewigkeit selber zerstören, so wie ihr zugesehen und mitgemacht habt, wie diejenigen zerstört worden sind, die wirklich für die Gerechtigkeit gelebt haben.
Wer heute noch verächtlich lacht, und andere als verwirrt bezeichnet, der kann morgen schon auf dem Sterbebett liegen."
Gewisse Chancen gibt es nur einmal im Leben!
Wer zu begangenem Unrecht schweigt, der fügt ein weiteres hinzu!
26.05.2006





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